
Rückkehr ins „normale“ Leben
World Vision kämpft weltweit gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten. Mit Lobbyarbeit und Aufklärungskampagnen macht die Hilfsorganisation auf die Kinderschicksale aufmerksam.
In Uganda engagiert sich World Vision seit 1986. Mittlerweile führt die Kinderhilfsorganisation dort 22 Schwerpunktprojekte und 46 sogenannten Regionalentwicklungsprojekte durch. Zu den Programmen gehören Gesundheitsversorgung Trinkwasserversorgung, Ernährung, Kleinkredit-Vergabe, Förderung der Landwirtschaft, HIV- und AIDS-Bekämpfung, Bildung und Weiterbildung.
Schwerpunkte der Arbeit in Uganda sind die Betreuung und Wiedereingliederung von Kindersoldaten sowie die Friedensförderung.
In den Rehabilitationszentren für ehemalige Kindersoldaten in Gulu und Kalongo sind bisher mehr als 10.000 Jungen und Mädchen medizinisch und psychologisch betreut worden. Seit den Friedensverhandlungen hat sich die Lage beruhigt. Die größte Herausforderung ist jetzt, die ehemaligen Kindersoldaten bei der Rückkehr in ihre Familien und Gemeinden zu unterstützen.
Wiedereingliederung
Die Rückkehr in die Familien und Heimatdörfer ist schwierig, weil die Kinder oft gezwungenermaßen Gräueltaten gegen ihre Familien, Gemeinden und Mitsoldaten begangen haben. World Vision-Helfer vermittelt, klären auf, führen zusammen.
Wichtig ist darüber hinaus die Bildung und Weiterbildung in allen Lebensbereichen. Entführte Kinder haben oft mehrere Jahre im Busch verbracht. Ihnen fehlt Schulbildung, ein qualifizierender Schulabschluss und damit die Chance, irgendwann auf eigenen Füßen zu stehen. World Vision zahlt in vielen Fällen das Schulgeld und stattet sie mit einer Schuluniform und den nötigen Büchern aus. Jugendlichen bietet World Vision eine Berufsausbildung an. An Berufsschulen können die ehemaligen Kindersoldaten verschiedene Handwerkskurse belegen: Nähkurse, Schreinereien, Fahrradwerkstätten usw. Nach dem Training erhalten die Teilnehmer ein Startkapital oder das entsprechende Werkzeug, um einen eigenen kleinen Handel aufbauen zu können. So können sie für sich und ihre Familien ein Einkommen erwirtschaften.
World Vision hilft auch sogenannten Kindermüttern, also junge Mädchen, die durch Vergewaltigung schwanger geworden sind. In Kindermütterclubs können die Mädchen – begleitet von einer Beraterin – ihre Erfahrungen und Probleme aufarbeiten - auch durch Rollenspiele und Tänze. Weiterhin werden die Mütter in Haushaltsführung, Kindererziehung, Körper- und häuslicher Hygiene und anderen Alltagsaspekten unterrichtet. Auch sie bekommen die Möglichkeit auf eine Berufsausbildung sowie ein kleines Startkapital.
Friedensförderung
World Vision trägt mit mehreren Aktivitäten zur Konfliktbewältigung und Friedensförderung bei. Zum einen werden Kinderrechtsclubs gegründet; dort verarbeiten ehemalige Kindersoldaten und Kinder, die unter dem Bürgerkrieg gelitten haben, ihre traumatischen Erlebnisse durch Musik, Tanz, Theater, Sport. Zudem werden sie über Kinderrechte aufgeklärt und können sich auch mit anderen betroffenen Kindern austauschen.
World Vision hat mehrere wissenschaftliche Studien zur Konfliktlösung in Uganda veröffentlicht und gemeinsam mit dem Bildungsministerium ein Lehrerhandbuch zur Friedensarbeit produziert.
Aktuell vermittelt World Vision im Konflikt zwischen der ugandischen Regierung und der Rebellenorganisation LRA und ist innerhalb der „Civil Society Organisations for Peace in Northern Uganda“ aktiv.
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